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Geburt

Babymassage: Darum tut eine Massage deinem Baby so gut!

Sanfte BabymassagePinterest Button
Baby genießt eine Massage ©SeventyFour

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Mit einer Babymassage kannst du dein Kind nicht nur wunderbar verwöhnen, sondern auch etwas für seine Gesundheit und die körperliche und seelische Entwicklung tun und nebenbei eure Verbundenheit stärken. Wir haben für dich mit Sylvia Schütz, der Gründerin von Mein Schützling gesprochen, die sich auf Bindungs- und Achtsamkeitsthemen für Eltern und Kinder spezialisiert hat. Wir verraten dir hier ihre wertvollen Tipps und geben dir eine konkrete Anleitung, wie auch du zur/m Babymasseur*in werden kannst!

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©Prostock-Studio

Warum sollte ich mein Baby massieren?

 

  • Babymassage schenkt Geborgenheit und wirkt beruhigend

Eine sanfte Massage beruhigt und entspannt. Vielleicht bist du selbst schon einmal massiert worden und konntest erfahren, wie die zarte Berührung, der Kontakt mit warmen Händen und die leise Hintergrundmelodie deinen Körper und Geist zur Ruhe bringen. Genau die gleiche Wirkung entfalten deine liebevollen Streicheleinheiten bei deinem Baby. Es hilft ihm dabei, Stress abzubauen und leichter in den Schlaf zu finden. Gerade Kinder, die Probleme mit dem Einschlafen haben, können von einer Massage profitieren. Doch nicht nur die Kleinen, auch du als Mama oder Papa, wirst die beruhigenden Streicheleinheiten als sehr wertvoll wahrnehmen, da auch du durch die sanften rhythmischen Bewegungen zur Ruhe finden wirst. Gerade in der Zeit, in der das Baby noch nicht durchschläft, ein riesiger Pluspunkt!   

  • Eine Babymassage verleiht Halt und Sicherheit

Dein Kind ist ganz neu in dieser großen aufregenden Welt. Viele Babys fühlen sich darin noch etwas verloren und konnten noch keinen Kontakt zu ihrem eigenen kleinen Körper und dessen Verbindung mit der Außenwelt aufbauen. Deine Berührungen, das sanfte Drücken und Ziehen helfen dem Kleinen, seinen eigenen Körper besser kennenzulernen und sich selbst intensiver zu spüren und zu erleben. Das wirkt sehr beruhigend und stärkt Babys Eigenerleben und hilft ihm dabei, seinen Platz in unserer Welt zu finden. Und zu wissen, wer man ist, macht selbstbewusster und seelisch stabil. Durch die Massage entwickelt sich eine wechselseitige Kommunikation und das Baby lernt früh erste Formen seiner Selbstwirksamkeit kennen. Es merkt, dass seine Signale wahrgenommen und beantwortet werden und es somit auf seine Umgebung einwirken kann.  Selbstsichere Kinder trauen sich mehr zu und entwickeln sich teils auch schneller. 

  • Eine liebevolle Babymassage stärkt das Eltern-Kind-Team

Die gemütlichen Minuten der Massage helfen Mamas und Papas eine innige Bindung mit ihrem Kind aufzubauen. Etabliere die Babymassage als festen Bestandteil eurer gemeinsamen Zeit, in der ihr euch noch besser kennenlernen könnt. Der enge Körperkontakt bringt euch dabei noch ein Stückchen näher. Übrigens dürfen nicht nur die Mamas für das Wohlbefinden sorgen - gerade frisch gebackene Väter können die Massage nutzen, um aktiv an der Babypflege teilzuhaben. Sie lernen das Kind noch besser - hautnah sozusagen- kennen und werden immer stärker darin, die Körpersprache des Babys richtig zu deuten. Auch der Säugling wird seinen Papa von einer ganz anderen, noch innigeren Seite kennenlernen. Der Bindungsaufbau wird dadurch bereits in dieser sehr frühen Phase stark unterstützt. Diese wohligen Minuten, die die Kleinen mit ihren Eltern verbringen, in denen sie Liebe und körperliche Zuneigung erfahren, legen ein wichtiges Fundament für eine lebenslang enge emotionale Verbindung. 

Vater gibt Sohn eine BabymassagePinterest Button
Auch Väter stärken mit einer Babymassage die Bindung zum Kind  ©g-stockstudio
  • Babymassage hilft bei konkreten körperlichen Beschwerden deines Babys

 Viele Babys haben gelegentlich mit Bauchweh, Koliken oder Verstopfung zu kämpfen. Die passende Massagetechnik hilft dabei, diese Beschwerden zu lindern, indem sie die Verdauung anregt, entblähend wirkt und den Bauch entspannen kann.  

Gerade bei Kindern, die unter Regulationsstörungen leiden und oft weinen oder schwer zu beruhigen sind, kann eine Babymassage Wunder bewirken. Diese Neugeborenen kennen noch keinen Weg, sich selbst zu beruhigen, daher profitieren sie schon emotional von der stressabbauenden Wirkung der Massage. Kommt es infolge des vielen Weinens zu verstärkter Luft im Bauch, die wiederum Schmerzen auslöst, hilft die Massage, Krämpfe und Verspannungen zu lösen. 

Doch nicht nur der Körpermitte tut Babymassage gut: Die behutsamen Bewegungen regen nämlich auch die Durchblutung an. Das bewirkt, dass das Blut alle wichtigen Nährstoffe und Mineralien zu Haut, Muskeln und Gewebe transportiert und damit das Zellwachstum fördern kann. 

Studien der Mayo Klinik haben gezeigt, dass Massagen die Stresshormone beim Baby reduzieren und so zu leichterem Einschlafen führen können. Des Weiteren deuten Untersuchungen darauf hin, dass die sanfte Ausübung der richtigen Drucktechnik das Längenwachstum bei zu früh geborenen Babys unterstützen kann.

Sylvia Schütz erklärt, warum Massagen auch Babys Trinkverhalten positiv beeinflussen können: "Haltgebende Berührung und Massage bringt den ganzen Organismus in Wallung und den Stoffwechsel in Schwung. Deswegen haben Säuglinge, gerade anfangs, wenn man mit Babymassage startet, verstärkt Hunger. Viele Eltern sind erstmal darüber erstaunt und fragen sich: Was, noch mehr essen? In der Regel legt sich das allerdings schnell. Und der positive Effekt der Babymassage wirkt sich auch aufs Trinkverhalten aus. Entspannte Babys erhalten im Laufe der Zeit eine deutlich gelockerte Kiefermuskulatur und können deswegen während der Mahlzeiten mehr Nahrung aufnehmen."

Baby wird massiertPinterest Button
Jedes Baby profitiert von einer liebevollen Massage ©W6

Wann sollte ich mein Baby massieren?

 Generell gibt es keine Regel, wann bzw. wann nicht massiert werden darf. Wie ihr bereits wisst, geht es bei der Massage vor allem um die gemeinsam verbrachte, gemütliche und entspannte Zeit. Daher solltest du dich von keinem strengen Zeitprotokoll stressen lassen, sondern die Massage immer dann einbauen, wenn du selbst ausgeglichen und ruhig bist. Andernfalls würde sich deine Stimmung auf dein Baby übertragen und die beruhigende Wirkung würde sich ins Gegenteil kehren.

Richtige Massagen, bei denen Druck angewendet wird, eignen sich erst für Babys ab 2 Monaten. Dein Neugeborenes verwöhnst du am besten nur mit sanften Streicheleinheiten. Sylvia Schütz empfiehlt, bei ganz jungen Babys mit kleinen liebevollen Haltegriffen zu beginnen, denn die meisten Babys werden sehr gerne an den Händen und den Füßchen angefasst. 

Du solltest darauf achten, nicht direkt nach dem Essen oder Trinken loszumassieren, denn das könnte zu Erbrechen führen. Warte nach dem Stillen oder der letzen Mahlzeit am besten 45 Minuten. Auch fiebrige Kinder oder Babys mit einem Leistenbruch sollten unter Umständen nicht massiert werden. Stimme dich in solchen Fällen am besten mit eurem Kinderarzt oder der Hebamme ab!

Und auf die Frage nach der Frequenz: Wie es euch gefällt. Wenn euch beiden die Massagezeit gut tut, kannst du sie gerne als tägliches Ritual etablieren. Babys reagieren ganz unterschiedlich auf die Behandlung, manche werden davon schläfrig, dann ist z.B. vor dem Schlafengehen die geeignetste Zeit. Andere werden von der Massage eher aktiv, dann kannst du sie als morgendliche Vorbereitung, um entspannt in den Tag zu starten, nutzen. Ideal ist es, die Massage immer zu einem ähnlichen Zeitpunkt durchzuführen, damit das Kind sich an den Rhythmus gewöhnen kann.

Ebensowenig wie die perfekte Zeit, gibt es die richtige Dauer einer Massageeinheit. Ihr könnt euch dabei aber ein wenig am Alter eures kleinen Schatzes orientieren, rät Sylvia Schütz. Bei Neugeborenen nur kurze Einheiten, die dann mit dem Alter verlängert werden können. Jedoch immer nur so lange, wie es euch beiden Spaß und Wohlbefinden bereitet.

Mutter massiert Kind mit BabyölPinterest Button
©Foremniakowski

Was brauche ich für die Babymassage?

Entscheidend ist eine entspannte und beruhigend wirkende Atmosphäre.  Sanfte Musik und eine gedimmte Beleuchtung sorgen für Kuscheligkeit. Such dir ein gemütliches Plätzchen für die Babymassage aus, zum Beispiel auf dem Bett. Ideale Unterlagen sind Lammfelle oder weiche Babydecken.

Die Raumtemperatur sollte mindestens 24 Grad betragen. Bei ganz jungen Kindern ist es ratsam, zusätzlich eine Wärmelampe aufzustellen, damit es sich nicht verkühlt. Alternativ könnt ihr eure Neugeborenen auch angezogen sanft streicheln und massieren. "Den Kleinen ist das An- und Ausziehen oft noch zu viel und die Kleidung kann wie eine schützende Hülle wirken. Außerdem kann die Massage so ohne großen Aufwand unkompliziert und zu fast jeder Zeit durchgeführt werden", weiß Sylvia Schütz.

Ob du Öl benutzt oder nicht, bleibt dir überlassen. Die meisten Eltern genießen das Massieren jedoch mehr, wenn die Hände durch das Öl geschmeidiger über Babys Körper gleiten können. Solltest du eins verwenden wollen, dann achte darauf, dass es nicht parfümiert ist. Ideal geeignet sind naturreine Mandel-oder Traubenkernöle. Auch Kokosöl ist prima, denn das kann das Baby bedenkenlos schlucken, wenn es nach der Massage die Händchen in den Mund nimmt. Testet jedoch vor der Ganzkörpermassage mit einem neuen Öl auf einer kleinen Hautstelle, ob euer Kind das verwendete Öl auch verträgt.

Naturbelassene Öle werden in den Händen verteiltPinterest Button
Öle ohne Zusätze sind am besten für Babys empfindliche Haut geeignet ©kazuma seki/damircudic

Achte darauf, dass deine Hände angenehm warm sind, bevor du dein Baby massierst. Verreibe das Öl in deinen Handflächen und bring sie damit auf Wohlfühltemperatur. Nimm auch große oder scharfkantige Ringe ab, damit du deinen Schatz nicht aus Versehen kratzt.

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Wie massiere ich mein Kind am besten?

Die wichtigste Regel vorweg: Du arbeitest stets mit deinem Kind, nicht an deinem Kind. 

Als Mama oder Papa darfst du dir gestatten, vor und während der Massage ganz langsam zu werden. So schaffst du einen ruhigen, sicheren Rahmen für den Kontakt mit deinem Kind und eine gute Voraussetzung, um eine immer stärkere Feinfühligkeit und Beobachtungsfähigkeit zu entwicklen. Unsere Fachfrau weiß aus ihrer eigenen Praxis, dass die meisten Massagen mit viel zu hastigen Bewegungen ausgeführt werden. Dabei lieben es Babys tatsächlich langsam! Und die Berührungsqualität geht vor der -quantität. Es ist nicht erforderlich, insbesondere anfangs, das komplette Baby zu massieren. Der aufbauende, echte Kontakt und die Verbindung daraus ist entscheidend und kann entsprechend im Laufe der nächsten Monate ausgebaut werden.

Du nimmst zu dir selber und dem Baby Kontakt auf und machst diesem ein Berührungsangebot. Warte auf die Reaktion deines Kindes und bezieh sie in den nächsten Schritt ein. Zwar bist du der aktivere Part, aber eine Babymassage ist Teamarbeit. Daher ist es ganz wichtig, dass du immer in Kontakt mit deinem kleinen Liebling bist und ihn während der Massage beobachtest. Wenn ihm eine gewisse Berührung unangenehm ist, es sich windet oder anfängt zu weinen, dann beendest du die Massage am besten an dieser Stelle. Meistens ist das ein deutliches Signal, dass dein kleiner Schatz genug Massage hat und in den Arm genommen werden möchte. Selbst wenn dein Kind die Massage normalerweise klasse findet, kann es auch mal einen schlechten Tag haben, an dem gar nichts Spaß macht. Dann lasst sie einfach ausfallen und steigt am nächsten Tag wieder ein. Die oberste Maxime lautet: Die Massage muss gut tun!

So gehst du Schritt für Schritt bei der Babymassage vor:

  • Beine und Füße

"Da Hände und Füße die Reflexzonen des ganzen Körpers enthalten, kann dieser komplett über Hände und Füße erreicht werden", erklärt Sylvia Schütz. Ideal also, um deinem Baby mit einer sanften Massage dieser Körperteile Gutes zu tun!

Halte die Ferse deines Babys in der einen Hand. Mit der anderen streichst du sachte vom Oberschenkel Richtung Knöchel und drückst dabei sanft ins Bein. Bist du am Knöchel angekommen, wiederholst du die Bewegung in entgegengesetzter Richtung, also vom Knöchel hoch zum Oberschenkel. Immer sanft drückend nach oben gleiten. Massiere als nächstes mit deinem Daumen kleine Kreise in die komplette Fußsohle - damit stimulierst du die Reflexzonen, was sich positiv auf den Stoffwechsel deines Babys auswirkt. Nach der Berührung der Füße kannst du dann mit sanften, langsamen Streichungen weiter machen. 

Anfangs von der Hüfte, über die Beine bis zu Füßen und diese am Ende kurz einhüllen und halten. Wenn es dem Kind gefällt, können die Streichungen am Bauch, am Brustkorb und an den Schultern fortgesetzt werden. Die Streichungen können zu einer gesteigerten Ausschüttung des Glückshormons Oxytocin führen. Zusätzlich schaffen sie eine Verbindung im Gehirn, die an der positiven Verarbeitung von Gefühlen beteiligt ist.

Eltern massieren BabyfüßePinterest Button
Kleine Babyfüßchen lieben zarte Berührungen ©SeventyFour
  • Brust

Leg deine Hände nebeneinander auf den Brustkorb deines Kindes und beginne behutsam, deine Hände nach außen zu streichen. So, als wolltest du die Seiten eines Buches glätten. 

  • Rücken

Verfahre nun am Rücken ganz ähnlich: Hände nebeneinander auf den Rücken legen und von der Mitte ausgehend sanft nach außen streichen.

  • Bauch

Eine Bauchmassage hat sich besonders bei Bauchweh und Blähungen bewährt. So gehst du vor: Leg dein Baby auf den Rücken. Massiere jetzt sein Bäuchlein mit vorsichtigem Druck im Uhrzeigersinn kreisend. Das bringt die Verdauung in Schwung. Hat sich zu viel Luft angesammelt, dann solltest du sanft vom Nabel abwärts zu den Oberschenkeln streichen und auf diese Weise  die überschüssige Luft aus der Körpermitte wischen. Die Expertin empfiehlt, bei einem jungen Baby, das offensichtlich Bauchschmerzen zeigt, immer erst an den Füßen zu arbeiten und erst zu einem späteren Zeitpunkt direkt den Bauch zu massieren.

Mutter massiert Gesicht des BabysPinterest Button
Auch eine Kopfmassage tut kleinen Entdeckern gut. ©RuslanDashinsky
  • Gesicht und Kopf

Das Gesicht - ebenso wie Brust und Bauch - sind die Körperteile, die wir Menschen automatisch am meisten schützen, wenn Gefahr droht. Deswegen fühlen sich Babys anfangs oft überfordert, wenn ihnen sofort auf den Bauch gefasst wird. Teste einfach vorsichtig aus, wie gut dein Kind mit der Berührung zurecht kommt, denn wie bereits erwähnt: Babys Wohlbefinden ist das A und O.

Zu Beginn massierst du die Kopfhaut mit deinen Fingerspitzen in sanften kreisenden Bewegungen. Achte dabei auf die empfindliche Fontanelle deines Babys!

Anschließend kannst du die Stirn von der Mitte hin zu den Schläfen mit den Daumen beider Hände vorsichtig ausstreichen. Streiche dann mehrmals mit Zeige-, Mittel- und Ringfinger beider Hände von dem Bereich hinter den Ohrläppchen am Hals entlang hinunter zum Schlüsselbein. 

Dein Baby ist hat Schnupfen oder hat verschleimte Nebenhöhlen? Dann kann gerade dieser Bewegungsablauf Linderung verschaffen: Massiere mehrmals mit Zeige- und Mittelfinger beider Hände beidseits entlang der Nasenwurzel über die Wangenknochen zu den Ohren. Diese Technik fördert den Abtransport des Schleims.

Du siehst, es ist gar nicht kompliziert oder zeitaufwendig, deinen kleinen Liebling zu verwöhnen und gleichzeitig etwas für seine Gesundheit und eure Bindung zu tun. Wir wünschen dir und deinem Baby viel Freude beim Streicheln, Schmusen und Massieren!

Wir danken unserer Expertin Sylvia Schütz für ihre wertvollen Tipps und Ratschläge.

Bitte beachte, dass diese Anleitung und unsere Tipps ohne ärztliche Gewähr entstanden sind. Bei Unsicherheiten oder Fragen solltest du immer den Rat medizinischen Fachpersonals einholen.

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