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Geburt

Babys erster Monat: So sind die ersten 4 Wochen nach der Geburt

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Babys 1. Monat ist wundervoll, aufregend und ganz schön turbulent. Euer Leben wird nun komplett auf den Kopf gestellt, und vielleicht wird euch erst jetzt richtig bewusst, dass es nie wieder so sein wird wie vor der Geburt. Ihr sprudelt über vor lauter Glück, aber es melden sich auch Ängste. Die Sorge, ob ihr auch alles richtig macht. Damit seid ihr nicht allein – es geht allen Eltern am Anfang so. Je entspannter ihr bleibt, desto besser gelingt der Start ins Familienleben.

Willkommen auf der Welt, Baby!

Für euer Baby ist unsere Welt eine ganz neue Erfahrung, und zwar von jetzt auf gleich, ohne langsames Eingewöhnen. Eben wurde es noch gemütlich und warm in Mamas Bauch geschaukelt und nahm Reize wie Licht oder Geräusche nur gefiltert wahr. Auch Temperaturunterschiede gab es dort nicht. Und nun ist auf einmal alles anders. Es atmet, das warme Badewasser ist weg, stattdessen spürt es Luft und Kleidung auf seiner Haut. Es muss lernen, dass es Tag und Nacht gibt, Wärme und Kälte, Laut und Leise, Farben, Gerüche und spannende Dinge, die man anschauen und berühren kann. 

Als wäre das nicht alles schon genug, melden sich zwei ganz neue Gefühle: Alleinsein und  Hunger – beides kannte das Baby in Mamas Bauch nicht! Dann hat sich auch noch der Speiseplan urplötzlich geändert, und sogar die Art der Nahrungsaufnahme ist anders als gewohnt. Ganz schön viel auf einmal, was euer kleiner Schatz verarbeiten muss! Deshalb ist es im ersten Monat besonders wichtig, eurem Baby und euch selbst den Start zu erleichtern, indem ihr ihm eure ganze Liebe und Aufmerksamkeit widmet und lernt, seine und eure Bedürfnisse zu verstehen.

Zwei Papas kuscheln mit ihrem Baby auf dem BettPinterest Button
©Drazen_

Das Wochenbett - ganz viel Ruhe für Mama und Baby 

Die Wochenbettphase beginnt unmittelbar nach der Geburt und dauert sechs bis acht Wochen, also noch weit über Babys 1. Monat hinaus. Die Sache mit dem Bett musst du nicht unbedingt wörtlich nehmen, eine gemütliche Couch tut es auch - aber zumindest diese sollte während dieser ersten Wochen dein Lieblingsplatz sein. Das heißt natürlich nicht, dass du keinen Spaziergang an der frischen Luft machen darfst, im Gegenteil! Aber auch wenn du dich vielleicht schon wieder topfit fühlst, sind Aktivitäten wie ein Großeinkauf mit schweren Einkaufstüten, der Hausputz und Gartenarbeit nichts, was du dir jetzt vornehmen solltest: Dein Körper hat mit hormonellen Veränderungen, mit Wochenfluss und heilenden Wunden zu kämpfen. Nebenbei fungiert er noch als Nahrungslieferant – und das alles bei meist viel zu wenig Schlaf. Außerdem solltest du jetzt nichts heben, das deutlich schwerer ist als dein Baby.

Im besten Fall konnte dein*e Partner*in Urlaub oder Elternzeit nehmen und kann sich um die alltäglichen Pflichten wie Haushalt und Einkaufen kümmern. Falls du keine Unterstützung hast, verabschiede dich von der Idee, alles perfekt selbst erledigen zu wollen. Hol dir Hilfe von Familie und Freund*innen oder engagiere für ein paar Tage eine Haushaltshilfe. Es gibt nämlich genau zwei Personen, die jetzt rund um die Uhr ungeteilte Aufmerksamkeit verlangen: Dein Baby und du selbst. Sorge auch gut für dich und deine Bedürfnisse! Geht es dir gut, gibt das auch deinem Baby ein Gefühl der Sicherheit. Bist du gestresst, ist es ebenfalls angespannt und wird das durch Weinen kommunizieren – es hat ja nur diese eine Möglichkeit. 

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Bonding: Die Bindung zwischen Eltern und Baby im 1. Monat

Babys 1. Monat ist geprägt vom sogenannten Bonding, der Bindung zwischen Kind und Eltern. Oft wird der Begriff nur mit dem Moment unmittelbar nach der Geburt in Verbindung gebracht, aber das ist erst der Anfang des Bindungsprozesses. Für die Kennenlernphase solltet ihr euch viel Zeit nehmen und sie in aller Ruhe genießen. Das heißt auch, dass ihr die Welt ohne schlechtes Gewissen für ein paar Wochen aussperren dürft – sowohl die reale, als auch die virtuelle. 

So könnt ihr die das Bonding unterstützen:

  • Stillen
  • in die Augen schauen
  • Tragen, im Arm wiegen
  • liebevoll mit dem Baby sprechen
  • möglichst viele ungestörte Momente mit dem Baby verbringen

Natürlich sind Großeltern, Freunde und Verwandte neugierig und wollen euren Nachwuchs so schnell wie möglich sehen. Aber lasst euch nicht stressen. Nichts ist jetzt so wichtig wie eure kleine Familie. Manche Babys haben wenig bis gar keine Probleme mit der Eingewöhnung, andere sind unruhig und schreien viel. Falls ihr beobachtet, dass euer Baby auf Besuch nervös reagiert oder dass ihr selbst euch überfordert fühlt, bittet um Verständnis, dass ihr ihn auf später verschieben möchtet.

Dein*e Partner*in: alles andere als das fünfte Rad am Wagen

Je intensiver sich ein Elternteil mit seinem Baby beschäftigt, desto besser wird es gelingen, eine intensive Bindung aufzubauen. Schöne Momente wie Kuscheln, Tragen oder alleine mit dem Baby spazieren gehen können beide Eltern zusammen oder auch einmal alleine genießen. Hier haben wir Tipps & Tricks für frischgebackene Papas.

Papa mit Baby 1 Monat alt auf dem ArmPinterest Button
©monkeybusinessimages

Die häufigsten Schwierigkeiten und ein paar Tipps, wie ihr die Zeit mit Baby 
im 1. Monat gut bewältigt:

Baby-Blues
Der starke Hormonabfall in den ersten Tagen nach der Geburt, Schlafmangel, die Sorge, ob du alles richtig machst und nicht zuletzt die Nachwehen der Geburt können bei allem Glück starke Gefühlsschwankungen auslösen. Sehr viele Eltern machen diese Phase durch, deren Dauer und Intensität ist bei allen ganz unterschiedlich.  Auch hier ist jetzt viel Ruhe, Verständnis und möglichst gute Unterstützung wichtig. Nimm dir die Zeit, die du brauchst und achte gut auf dich. Auch dein*e Partner*in oder eine andere Person kann sich zwischendurch um das Baby kümmern, damit du zur Ruhe kommst, schlafen oder etwas anderes tun kannst, das dich entspannt. Scheue dich außerdem nicht davor dir professionelle Hilfe zu suchen, wenn du Hilfe benötigst.

Stillprobleme
Eure Hebamme ist für euch da! Nehmt diese Hilfe unbedingt in Anspruch. Bei den wenigsten Frauen klappt das Stillen von Anfang an reibungslos. Entzündete Brustwarzen, zu wenig Milch, Milchstau, das Baby will nicht trinken –  in vielen Fällen lassen sich diese Probleme in den Griff bekommen. Salbe, Stilltee, BH-Einlagen, Stillhütchen und Kühlpads sind oft schon eine gute Hilfe, ersetzen aber nicht die Beratung durch die Hebamme oder eine Stillberater*in. 

Übrigens: Selbst wenn sich herausstellen sollte, dass das Stillen nicht klappt, macht dich das nicht zu einer schlechten Mutter! Im Gegenteil - nur wenn es der stillenden Person und dem Baby beim Stillen gut geht, ist das die richtige Option für euch. Beim Füttern geht es um die Bedürfnisse eines Babys nach Nähe, emotionaler Zuwendung, Wärme und Nahrung. Dies kannst du mit einer liebevollen Fläschchenbeziehung mit deinem Kind genau so aufbauen wie beim Stillen mit der Brust.

Schreibaby
Auch hier kann die Hebamme euch gute Tipps geben. Alternativ gibt es Schreiambulanzen, wo ihr euch Hilfe holen könnt, wenn es ganz schlimm kommt. Oft hilft es aber schon, für eine ruhige, reizarme Umgebung und sehr viel Körperkontakt zu sorgen. Das Baby war es monatelang gewohnt, Mamas Herzschlag zu hören, er wirkt sehr beruhigend. Je mehr Zeit ihr bewusst mit eurem Baby verbringt, desto besser werdet ihr seine Signale deuten können und schon bald an seinem Weinen erkennen können, was ihm gerade fehlt. Es kann hilfreich sein, ein "Schreitagebuch" zu führen, in dem ihr dokumentiert, wann euer Baby zu welcher Zeit wie lange schreit. So lässt sich der Grund leichter herausfinden.

Drei-Monats-Koliken
Sie treten ab einem Alter von zwei Wochen auf und verschwinden in der Regel nach drei Monaten wieder, daher der Name. Die Ursachen sind nicht eindeutig, aber so gut wie jedes Baby hat damit zu kämpfen – auch das ist ein Grund für häufiges und langes Schreien. So könnt ihr die Beschwerden etwas lindern

  • Schaukeln, Tragen und Körperkontakt 
  • eine sanfte  Massage  des Bäuchleins im Uhrzeigersinn mit etwas Öl, z.B. Kümmel-Fenchel-Öl
  • Vorsingen oder beruhigende Musik
  • ein warmes Bad
  • Wärme, z.B. durch ein Kirschkernkissen
  • Globuli

Schlafprobleme

Ein Baby im 1. Monat hat noch keinen Schlafrhythmus, er stellt sich erst nach ein paar Wochen ein. Außerdem hat es häufig Hunger, weil der Magen noch sehr klein ist und nur eine geringe Menge Milch verarbeiten kann. Es ist also ganz normal, dass euer Baby etwa alle 2 Stunden aufwacht. Meist schläft es zufrieden ein, wenn es satt ist. Mit wiederkehrenden Schlafritualen hilfst du deinem Baby, zu verstehen, dass jetzt Schlafenszeit ist, z.B. mit einer Spieluhr, leisem Vorsingen oder einfach mit Kuscheln. 

Junge Mutter stillt Baby 1 Monat alt im BettPinterest Button
©RomanovaAnn

To-dos in Babys 1. Monat 

Bei allem Familienglück müsst ihr euch auch um einige Formalitäten kümmern, am besten gleich in der ersten Woche nach der Geburt:

  • Anmeldung beim Standesamt: Die Geburtsurkunde braucht ihr für alle anderen Anmeldungen, das solltet ihr zuerst erledigen, es gibt eine Frist von 7 Tagen.
  • Anmeldung beim Einwohnermeldeamt: In manchen Fällen reicht die Anmeldung beim Standesamt, erkundigt euch am besten, ob eine zusätzliche Meldung beim Einwohnermeldeamt nötig ist.)
  • Anmeldung bei der Krankenkasse
  • Benachrichtigung des Arbeitgebers über die Geburt
  • Kinder- und Elterngeld beantragen

Außerdem stehen die "U"-Untersuchungen beim Kinderarzt jetzt an:

  • U2 – zwischen dem 3. und 10. Tag (falls sie nicht schon in der Klinik durchgeführt wurde)
     
  • U3 – zwischen der 3. und 5. Lebenswoche

Ein Baby, viele Meinungen – lasst euch nicht beirren!

Ihr werdet vermutlich feststellen, dass euch viele Menschen in eurem Umfeld erklären werden, was eurem Baby gerade fehlt, wenn es weint. Nehmt es als das, was es ist: gutgemeinte Ratschläge, die ihr befolgen könnt, aber nicht müsst. Niemand versteht euer Baby besser als ihr. Das heißt natürlich nicht, dass ihr jeden guten Rat in den Wind schlagen sollt, wenn ihr mal nicht weiter wisst. Aber vertraut vor allem auf eure Intuition, sie wird euch den richtigen Weg weisen! Jedes Baby ist zwar ein kleiner, aber höchst individueller Mensch mit ebenso individuellen Bedürfnissen. Und wer sollte die besser verstehen als ihr?

Wir hoffen, dass unsere Tipps euch ein wenig weiterhelfen und wünschen euch, dass ihr und euer Baby den 1. Monat uneingeschränkt genießen könnt! Kostet diese einmalige, intensive Zeit voll aus – in einigen Jahren werdet ihr ein bisschen wehmütig daran zurückdenken! :-)

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